• Durchwurfhemmende Verglasung

    Durchwurfhemmende Verglasung

    In der Planung von Objekten sollte der Bereich Sicherheit deutlich berücksichtigt werden. Das gilt für die Betrachtung im Bereich Einbruchschutz und Sicherheit gegen Verletzungen beim Menschen. Es empfiehlt sich sehr oft anstatt der normalen Verglasung ein Sicherheitsglas bestimmter Kategorie zu wählen. Oft werden bei Einbrüchen die Türen im Erdgeschoss oder gar Kellereingangstüren als Einbruchsziel gewählt. Eine Sicherheitsverglasung macht dem unerwünschten Besuch das Eindringen deutliche schwerer.

Die Sicherheitsverglasung wird durch die Verwendung von VSG Glasscheiben im Verbund mit einer Wärmeschutzverglasung bei Fenstern und Türen zusammengestellt, wobei die VSG-Glasscheibe auf der Außenseite der Isolierverglasung angebracht wird. VSG Glasscheiben werden je nach Anforderung aus mindestens 2 oder gar 3 bis 4 Glasscheiben hergestellt. Zwischen den Glasscheiben wird bei der Herstellung eine hochpolymere zähelastische Folie eingearbeitet, diese Folie ist transparent und verbindet die Glasscheiben zu einer Einheit. Im Bruchfall kleben die Glasscherben an der Folie und schützen somit den Menschen vor Verletzungen. Es sei erwähnt, dass sich der Schallschutz einer Wärmeschutzverglasung bei der Verwendung einer VSG Scheibe erhöht.

Kategorien und Widerstandklassen

Die Widerstandsklasse Durchwurfhemmung wird nach DIN EN 356 Glas im Bauwesen definiert. Die Glasscheibe, aus einem Verbundsystem hergestellt, muss mechanischen Versuchen standhalten. Eine allseitig gelagerte Glasscheibe wird mit einer 4,10 kg schweren Kugel geprüft. Die Kugel hat einen Durchmesser von 10 cm. Sie wird aus einer Höhe von 3 m auf die Glasscheibe fallen gelassen. Nach 3-maligem Versuch darf die Kugel nicht durchschlagen. Sollte die Kugel jedoch durchschlagen, so ist die Widerstandklasse nicht erreicht.

Hält die Scheibe dem Versuch stand, so ist die erste Widerstandsklasse A1 erreicht. Die Klassen A2 und A3 werden im gleichen System getestet, jedoch wird die Fallhöhe deutlich erhöht. Noch höhere Anforderungen über die Klassen hinaus werden in der Norm der Klasse DH 4 bestimmt.

 

  • Kennbuchstabe A = Durchwurfhemmende Gläser
     
  • Kennbuchstabe B = Durchbruchhemmende Gläser

 

Die Sicherheitsgläser werden, wie bereits erwähnt, unterschiedlichen Schlagversuchen unterzogen, wobei sich die Fallhöhe verändert. Die Testkugel muss mindesten 3-mal auf einer Dreiecksfläche (13 cm Kantenlänge) einschlagen.

Klassifizierungen

So werden die Klassifizierungen der Sicherheitsscheiben wie folgt getestet.

  • P1A   Fallhöhe   1,5 m 3 Kugelschläge
     
  • P2A   Fallhöhe   3,0 m 3 Kugelschläge
     
  • P3A   Fallhöhe   6,0 m 3 Kugelschläge
     
  • P4A   Fallhöhe   9,0 m 3 Kugelschläge
     
  • P5A   Fallhöhe   1,5 m 3 Kugelschläge auf genau die gleiche Trefferstelle
     
  • P6B   30 bis 50 Axthiebe auf die gleiche Trefferstelle
     
  • P7B   51 bis 70 Axthiebe auf die gleiche Trefferstelle
     
  • P8B   mehr als 70 Axthiebe auf die gleiche Trefferstelle

Widerstandsklassen RC für Fenster und Fenstertüren

Die Widerstandklasse für ein Fenster oder Türelement wird durch verschiedene Faktoren bestimmt. Die Glasscheibe der vorgenannten Klassifizierungen ist ein Faktor bei der Bestimmung der Sicherheitsklasse. Je nach Anforderung, können Sie die Sicherheitsklasse Ihres Fensters bestimmen. Jede Sicherheitsklasse wird den verschiedensten Härtetests unterzogen, dabei sind die Rahmenmaterialien und die verwendeten Beschläge von großer Bedeutung. Die Klassifizierung wird in der DIN 1627 Türen, Fenster, Vorhangfassaden, Gitterelemente und Abschlüsse geregelt. Dort wird geklärt, wie die praxisbezogenen Untersuchungen stattfinden müssen.

  • RC 1: Hier geht man von Gelegenheitstätern aus, die versuchen, das Fenster oder das Türelement einzutreten oder mit der Schulter voran einzudrücken und ggfs. mit den Füßen einzutreten. Vandalismus kann für die Art des Einbruchs auch genannt werden.
     
  • RC 2: Der Gelegenheitstäter verwendet beim Einbruch zusätzliches Werkzeug wie Schraubendreher, Zange oder Keile. Er versucht das verschlossene und verriegelte Bauteil mit Werkzeugeinsatz innerhalb von 3 Minuten zu öffnen, wobei die gesamte Angriffszeit auf das Fenster 15 Minuten beträgt. In dieser Klassifizierung ist ein Glas aus der Widerstandklasse P4A gemäß DIN 356 zu verwenden.
     
  • RC 3: Der Täter verwendet zusätzlich zum Werkzeug, wie in RC2 erwähnt, einen weiteren Schraubendreher oder ein Montageeisen bzw. Kuhfuß, um das Bauteil aufzubrechen. Die Werkzeugkontaktzeit beträgt 5 Minuten und die gesamte Angriffszeit auf das Element 20 Minuten. Bei dieser Klassifizierung muss Glas aus der Widerstandsklasse P5A verwendet werden.
     
  • RC 4: Der Täter verwendet weiteres zusätzliches Werkzeug. Er verwendet beim Einbruchsversuch Säge- und Schlagwerkzeuge wie Hammer, Meißel, Axt und Stemmeisen. Akku-betriebene Werkzeuge wie Akkuschrauber kommen ebenfalls zum Einsatz. Die Werkzeugkontaktzeit beträgt bereits 10 Minuten und die gesamte Widerstandszeit des Bauteils beträgt 30 Minuten. Bei dieser Klassifizierung ist ein Glas aus der Kategorie P6B zu verwenden.
     
  • RC 5: Der erfahrene Einbrecher verwendet eine Reihe von zusätzlichen elektrischen Werkzeugen. Stichsäge, Säbelsäge, Bohrmaschine und Winkelschleifer kommen zum Einsatz. Die Werkzeugkontaktzeit beträgt 15 Minuten und die gesamte Angriffszeit beträgt 40 Minuten. Um die Klasse RC5 zu erlangen, müssen Verglasungen aus der Kategorie P7B gemäß DIN 356 eingebaut und verwendet werden.
     
  • RC 6: Der professionelle und erfahrene Täter setzt hochwertigste Elektrowerkzeuge aus der Liste RC 5 ein. Die Werkzeugkontaktzeit beträgt 20 Minuten und die gesamte Angriffszeit auf das Element beträgt 50 Minuten. In der Klasse RC 6 muss eine Verglasung aus der Klassifizierung P8B Verwendung finden.
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